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Ehrenamtliche können Fachkräfte nicht ersetzen

Nach dem vom Jugendhilfeausschuss ohne Stimmen der Linken zustande gekommenen Beschluss sollen als Zielvorgabe 30 Prozent der Angebotsstunden der Träger der Jugendhilfe von Nichtfachkräften auf ehrenamtlicher Basis und Honorarbasis erbracht werden. Nun unterzeichnete ein Träger den Leistungsvertrag für eines seiner Projekte unter dem Vorbehalt, dass die Zielvereinbarung nicht realisierbar sei. Zudem bestätigte das Jugendamt in der gestrigen Sitzung des Jugendhilfeausschusses, dass Träger der Jugendhilfe aufgrund der sogenannten 70:30 Regel Qualitätseinbußen in der Jugendarbeit beklagen.

Dazu erklärt Norman Wolf, jugendpolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE:
„Ehrenamt ist für die Gesellschaft unverzichtbar. Ohne ehrenamtliche Arbeit würden viele Angebote, auch in der Jugendarbeit, nicht stattfinden. Fakt ist aber auch, dass der  Beschluss von CDU, SPD und Grünen Ehrenamt neben der Honorararbeit zum festen Bestandteil der Jugendarbeit erklärt hat und nun von der Realität eingeholt wird. Die Bedenken der LINKEN haben sich damit bestätigt. Da der Anteil der eingeforderten 30 Prozent nicht immer erreicht wird, finden Angebote in geringerem Umfang oder gar nicht mehr statt. Sinn und Zweck ehrenamtlichen Engagements ist es nicht, gesetzlich definierte Aufgaben im Jugendbereich mehr und mehr der Freiwilligkeit zu überlassen. Es ist nur schwer vorstellbar, dass eine ähnliche Regel in der Verwaltung, zum Beispiel beim Bürgeramt, zur Anwendung käme. Der Beschluss muss daher auf den Prüfstand gestellt und gegebenenfalls rückgängig gemacht werden. Er erweist sich als schwer realisierbar und entlässt die Politik zunehmend aus ihrer Verantwortung für die Jugendarbeit im Bezirk.“