Gewalt stoppen, bevor sie eskaliert
Häusliche Gewalt ist kein Randphänomen. Sie passiert jeden Tag, mitten unter uns - und sie trifft überwiegend Frauen. Die Zahlen steigen seit Jahren, auch in Lichtenberg. Für Betroffene bedeutet das: Angst, Unsicherheit, fehlender Schutz. Für uns als feministische Fraktion bedeutet es: Wir dürfen uns nicht mit dem Status quo zufriedengeben.
Auf unsere Initiative hin bringen wir gemeinsam mit SPD und Grünen einen Antrag in die BVV ein, der das Bezirksamt auffordert, sich zusammen mit dem Frauenbeirat für den Aufbau eines Angebots der „Täterarbeit häusliche Gewalt" (TäHG) einzusetzen. Gleichzeitig soll geprüft werden, wie die Landesebene diesen Schritt unterstützen kann.
Warum Täterarbeit? Weil Gewalt nicht einfach „passiert". Sie wird ausgeübt. Und wer Gewalt ausübt, muss in die Verantwortung genommen werden. Täterarbeit setzt genau dort an: Sie konfrontiert gewaltausübende Personen mit ihrem Verhalten, fördert Verantwortungsübernahme und hilft, erneute Gewalt zu verhindern. Gut aufgestellte Programme können Rückfallrisiken deutlich senken und damit Frauen und Kindern realen Schutz bieten.
In Lichtenberg fehlt ein solches Angebot bislang. Die bestehenden Programme in anderen Bezirken sind überlastet, Plätze rar. Das bedeutet: Menschen, die Gewalt ausüben, erhalten keine verpflichtenden, professionellen Interventionen und Betroffene bleiben gefährdet. Diese Lücke ist nicht hinnehmbar.
Täterarbeit ist kein „nice to have", sondern ein unverzichtbarer Bestandteil eines feministischen Gewaltschutzes. Denn echter Schutz bedeutet nicht nur, Betroffene zu stärken, sondern auch, Gewalt an der Wurzel zu bekämpfen.
