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Für den Frieden, gegen den Sturm

Tatjana Behrend

Wie schon seit vielen Jahren hat unsere Bundestagsfraktion den Frieden gefeiert, und zwar traditionell rund um den Antikriegstag am 1. September in unserem Bezirk-Lichtenberg. Und natürlich waren auch diesmal Mitglieder unserer BVV-Fraktion dabei.

Sehr stürmisch ging es zu, als am 5. September das Friedensfest pünktlich um 15 Uhr vor dem Linden-Center in Hohenschönhausen startete. Die große Hüpfburg zum angekündigten Kinderfest konnte nicht aufgebaut werden – Sicherheit war die oberste Prämisse. 

Auf der Bühne ging es aber zunächst wie geplant los. Unsere direkt gewählte Bundestagsabgeordnete Ines Schwerdtner sprach mit Gesine Lötzsch und mit der stellvertretenden Bezirksbürgermeisterin Camilla Schuler. Gesine, bei jeder ihrer Kandidaturen insgesamt sechsmal von den Lichtenberger Wählerinnen und Wählern direkt in den Bundestag geschickt, hat dieses Fest vor vielen Jahren ins Leben gerufen. Camilla berichtete unter anderem über die Rolle Lichtenbergs als Mitglied im internationalen Netzwerk „Mayors for Peace“, das sich für nukleare Abrüstung und eine Kultur des Friedens einsetzt. 

Danach stellte Ines den Antrag „Weltfriedenstag als europäischer Feirtag“ vor, den unsere Bundestagsfraktion seit Jahren mit schöner Regelmäßigkeit einbringt und der mit ebensolcher Regelmäßigkeit von einer Mehrheit im Plenum abgelehnt wird. Aber steter Tropfen höhlt den Stein, den Antrag wird es auch in Zukunft jedes Jahr aufs Neue geben.

Hochinteressant war dann auch das Interview von Ines mit dem palästinensischen Politikwissenschaftler Dr. Usama Antar zur Lage in Gaza. Er verurteilte sehr scharf die Ermordung von über 1 000 Israelis am 7. Oktober 2023 durch die Hamas als grausames Verbrechen, sagte aber auch, dass dies nicht die Tötung von mehreren 10 000 Menschen im Gazastreifen rechtfertige. Danach sollte Nimrod Flaschenberg, Mitinitiator von „Israelis for peace“, auf der Bühne zu Wort kommen. Die aber wurde dann leider geflutet. Zum Sturm kam ein heftiger Regen dazu, der immer stärker wurde und das Publikum in trockenere Regionen rund um das Linden-Center vertrieb. 

Das Fest musste leider abgebrochen werden, aber Ines rief davor alle Gäste einschließlich derer, die sich nicht mehr vorstellen konnten, auf die Bühne: die iranische Menschenrechtsaktivistin und Journalistin Mina Khani sowie Dagmar Poetzsch, Lichtenberger Demokratiepreisgewinnerin und Stolpersteinbeauftragte für Erinnerungskultur. Sie alle erhielten – wie unsere musikalische Begleitung durch den chilenischen Musiker Alejandro Soto Lacoste - sehr viel Applaus. 

Fazit: Trotz Abbruch ein wichtiges Signal. Frieden ist alles, was zählt.

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