Neue Stele für das Ehepaar Naujocks eingeweiht
Am 26. Juni 2026 versammelten sich Anwohner, Schüler, Vertreter des Bezirksamtes und des Vereins Licht-Blicke bei bestem Sommerwetter in der Dorfstraße 9 in Malchow. Hier hatte die Gedenkstele für das Ehepaar Naujocks seinen neuen Standort gefunden. Nicht weit von dort, in der Anlage Wiesenhöhe, hatten Beide die jüdische Familie Weiß versteckt. Mit ihrer und weiterer Hilfe konnte sich die Familie der drohenden Deportation entziehen. Mutter und Tochter überlebten.
Max und Hertha Naujocks riskierten viel. Zusätzliche Lebensmittel zu versorgen war in den Kriegsjahren 1943/44 zur Herausforderung geworden. Misstrauen und Denunziantentum hatten Hochkonjunktur. Hertha Naujocks war selbst jüdischer Herkunft und erst wenige Jahre zuvor zum christlichen Glauben übergetreten. Indirekte Hilfe erhielten sie vom Dorfpolizisten Wilhelm Beer. Der Beamte alter Schule war kein Anhänger des NS-Regimes, übersah die Verdachtsmomente und ließ die Naujocks seine Kontrollen wissen.
Bezirksbürgermeister Martin Schaefer würdigte das „selbstlose, mutige und menschliche Handeln“. Ich selbst sah mich in das Jahr 2011 zurückversetzt. Damals hatte ich als Vorsitzender des Kulturausschusses die Beratungen für diese Gedenktafel begleitet. In Gesprächen mit Ellen Perry, der Tochter der Familie Weiß, die inzwischen in England lebte, erfuhr ich, wie wichtig ihr war, sich bei denen zu bedanken, die ihr Überleben ermöglicht hatten. Mit ihrem Mann hatte sie die Geschichte ihres Überlebens aufgeschrieben und in England publiziert.
Im Oktober 2011 konnte die erste Fassung der Erinnerungstafel am Zugang zur Kolonie Wiesenhöhe eingeweiht werden. Ellen Perry war angereist. Die Töchter der Naujocks waren ebenfalls zugegen. Die Erinnerung hatte auch einen Nachhall in Israel. Max Naujocks wurde 2015 von der Gedenkstätte Yad Vashem posthum als „Gerechter unter den Völkern" geehrt. Es ist an uns die Erinnerung an Humanität und Mut wachzuhalten.

