Wir sind hier, wir sind laut!

Tatjana Behrend

Unter diesem Motto versammelten sich am Samstag, dem 15. November, bei unwirtlichem Wetter im Hof 1 des Ilse-Kiezes mehrere hundert Menschen aller Altersgruppen.
Sie waren gekommen, um mit einem Demonstrationszug zum Odesaplatz und wieder zurück ihren Protest gegen die Bebauung der Ilse-Höfe zu artikulieren. Der war dank eines großen Trillerpfeifenaufgebots und eines Musikfahrrads nicht nur laut, sondern auch mit vielen selbstgebastelten Transparentern und Plakaten bunt und phantasievoll. 

Die Howoge will elf Häuser mit 240 Wohnungen in den Ilse-Höfen bauen, dafür müssten dort etwa 100 Bäume gefällt werden. Wohnraum wird in Berlin dringend benötigt. Dietmar Stengel, einer der Sprecher der Bürgerinitiative „Rettet den Ilse-Kiez!“, betont, dass die Initiative zu keinem Zeitpunkt Wohnungsbau verhindern wollte. Vielmehr – so ist der Vorschlag - sollten im Interesse des Erhalts von Stadtgrün statt der geplanten 240 Wohnungen nur 170 gebaut werden. Aber die Howoge hält an ihren Plänen fest.

Nun benennt ein Artenschutzgutachten zwei besonders geschützte Tierarten im Ilse-Kiezen: Spatzen und Fledermäuse. Sie stehen dem Bauvorhaben gerade im Wege. Und natürlich die vielen Menschen, die sich weiter gegen die Vernichtung grüner Lebensgrundlagen wehren werden.