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Anträge

Eine Kiezkantine für Lichtenberg

Das Bezirksamt wird ersucht, sich gegenüber dem Senat von Berlin dafür einzusetzen, dass ein Förderprogramm für Kiezkantinen aufgelegt wird. Damit sollen in jedem Berliner Bezirk soziale Orte gefördert und eröffnet werden, die gesunde und warme Mahlzeiten anbieten, von denen die günstigste Mahlzeit für 3 Euro angeboten wird. Kiezkantinen sollen vorzugsweise in landeseigenen Liegenschaften, bereits bestehenden Angeboten wie Nachbarschafts- oder Familienzentren sowie in den Hochschulstandorten in Lichtenberg entstehen. Als Pilotprojekt soll eine Kiezkantine im Nachbarschaftshaus Orangerie in der Schulze-Boysen-Straße 38, dessen Trägerin die Kiezspinne FAS e.V. ist, an den Start gehen.

Bei der Standortsuche sollen insbesondere Quartiere in den Blick genommen werden, denen es besonders an sozialer Infrastruktur fehlt, die besonders von Armut und Einsamkeit betroffen sind bzw. an denen ein besonders großer Bedarf für Kantinen für Beschäftigte besteht.

Begründung:

Gesundes und warmes Essen darf kein Luxus sein. Doch steigende Lebensmittelpreise und Mieten führen dazu, dass immer mehr Menschen in Berlin sich regelmäßige warme Mahlzeiten nicht leisten können. Gleichzeitig sind Armut und Einsamkeit weit verbreitet. Fast jede fünfte Person in Berlin ist armutsgefährdet, viele ältere Menschen leben allein, und öffentliche Begegnungsorte fehlen.

Kantinen bieten seit jeher günstiges Essen und soziale Begegnungsmöglichkeiten. Doch viele Berliner Kantinen mussten in den letzten Jahren wegen steigender Kosten und fehlender Unterstützung schließen. Besonders in Bezirken mit hoher Armutsgefährdung gibt es zu wenige öffentlich zugängliche Kantinen.

Deshalb wollen wir in jedem Bezirk eine öffentlich finanzierte Kiezkantine schaffen. Dort soll es gesundes, regionales und bezahlbares Essen für alle geben. Kiezkantinen stärken die soziale Infrastruktur, fördern Begegnungen zwischen Nachbar*innen und helfen, Einsamkeit zu bekämpfen.

Gleichzeitig können sie regionale Landwirtschaft unterstützen, indem sie Lebensmittel direkt von Erzeuger*innen beziehen. Historische und internationale Beispiele zeigen, dass öffentliche Gemeinschaftsküchen erfolgreich funktionieren können.

Kiezkantinen sollen Orte sein, an denen Menschen unabhängig von ihrem Einkommen zusammenkommen, mitgestalten und am gesellschaftlichen Leben teilhaben können. Sie sind ein Beitrag zu mehr sozialem Zusammenhalt und einer gerechten Stadt.

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