Aus der BVV
Familien-Leben möglich machen
Auf Initiative unserer Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus haben wir in der BVV eine Große Anfrage eingereicht, in der es um die Unterbringung von wohnungslosen Familien in ASOG-Unterkünften geht. Hinter dieser Abkürzung verbirgt sich das „Allgemeine Gesetz zum Schutz der öffentlichen Sicherheit und Ordnung“ in Berlin.
Unsere Fragen zielten, mit tatkräftiger Unterstützung unseres Fraktionsmitglieds Claudia Engelmann, auf Zahlen und Fakten zu dem Thema, und die Antworten sind zum Teil erschreckend. In Lichtenberg gibt es 34 dieser Unterkünfte. 31 davon werden privatwirtschaftlich betrieben. Das sind 1 673 Plätze, während nur drei gemeinnützige Träger gerade einmal 242 Plätze anbieten.
Wer lebt in diesen Unterkünften? Zum Beispiel 150 Kleinkinder zwischen 0 und 2 Jahren. Die durchschnittliche Verweildauer von Familien mit Kindern in diesen Unterkünften beträgt ein Jahr, 11 Monate und 8 Tage. Für ein Kleinkind ist das oft die gesamte bisherige Lebenszeit.
Familien steht pro Person eine Fläche von sieben Quadratmetern zu. Vier Personen sind damit auf 28 Quadratmetern zusammengepfercht. Das ist Inakzeptabel!
Wir fordern eine klare Umsteuerung. Vor allem die Abkehr von der Unterbringung in privatwirtschaftlichen Massenunterkünften. Es ist ein Skandal, wenn mit der Not von Menschen Geschäfte gemacht werden. Und kleine Kinder gehören mit ihren Familien in Wohnungen, nicht in Sammelunterkünfte. Sie haben einfach ein Recht auf ein menschenwürdiges Leben!
