Aus der BVV

Hitzige Debatte um Stadiondach für Lichtenberg 47

Alexander Roßmann

Bekommt das Hans-Zoschke-Stadion, Lichtenbergs zweitgrößter Fußballtempel und Heimspielstätte von Lichtenberg 47, eine Teilüberdachung? Grundsätzlich wird dies von allen Beteiligten befürwortet, denn das Dach ist Voraussetzung dafür, dass der Verein auch bei einem Aufstieg in die Regionalliga in seiner sportlichen Heimat antreten kann.

Zurzeit bestehen allerdings erhebliche Zweifel, dass Fördermittel vom Senat rechtzeitig bis Jahresende abgerufen werden können und dass die bereitgestellte Summe von 500.000 € für den Bau des Daches ausreicht. Denn die Tribüne, auf der das Dach entstehen soll, wurde wahrscheinlich auf Kriegsschutt errichtet. Es ist daher zwingend erforderlich, eine Machbarkeitsstudie durchzuführen, um die Standfestigkeit eines Daches auf der Tribüne zu überprüfen.

Die Sicherheit hunderter Stadionbesucher bei Lichtenberg 47-Spielen schien SPD und CDU in der BVV-Sitzung am Donnerstag nicht sonderlich zu interessieren. Sie forderten die Stadträtin für Stadtentwicklung, Camilla Schuler (LINKE), vehement auf, die Machbarkeitsstudie zu überspringen und umgehend ein Dach zu genehmigen. Besonders kurios sind die gegen Schuler erhobenen Anschuldigungen angesichts der Tatsache, dass im Lichtenberger Bezirksamt die SPD für Sportstätten wie das Hans-Zoschke-Stadion zuständig ist und bisher wenig für den Ausbau des Daches unternommen hatte.

Erst kurz nach dem Beitritt des Präsidenten von Lichtenberg 47, Michael Grunst, zur SPD startete eine Medienkampagne gegen Schuler, mit dem frei erfundenen Vorwurf, sie verhindere das Stadiondach. Grunst hatte zuvor mehrere Jahre für die LINKE das Amt des Lichtenberger Bezirksbürgermeisters inne gehabt, wurde aber nach der Wiederholungswahl durch die CDU ersetzt, während die LINKE an Schuler als Stadträtin festhielt. Grunst verließ daraufhin zunächst den Lichtenberger Ortsverband und später die LINKE. Nicht nur Fans von Lichtenberg 47 fragen sich angesichts der aktuellen Debatte, ob für Grunst bei seinem Ehrenamt wirklich das Wohl des Vereins an erster Stelle steht?

Camilla Schuler und die für Sport zuständige Bezirksstadträtin Sandy Matthes (SPD) sicherten der BVV jedenfalls zu, dass sie künftig noch enger zusammenarbeiten werden, um das Fördergeld abzurufen und weitere notwendige Sanierungsarbeiten am Stadion vorzunehmen. Fans von Lichtenberg 47 können sich jederzeit an Camilla Schuler oder die Linksfraktion wenden, um sich über den aktuellen Stand zu informieren.