Aus der BVV
Kinderopernhaus Berlin: Anerkennung reicht nicht – es braucht Finanzierung
Die Linke hatte den Antrag „Kinderopernhaus Berlin nicht nur feiern, sondern auch finanzieren!“ (DS/1735/IX) als ihre Priorität in die BVV eingebracht.
Gerade noch waren das 15-jährige Jubiläum des Kinderopernhauses sowie dessen Initiatorin und Gründerin Regina Lux-Hahn im Lichtenberger Rathaus gefeiert worden.
Zu den zahlreichen Auszeichnungen, mit denen das Kinderopernhaus und seine langjährige Leiterin schon bedacht worden sind, gesellte sich an diesem Nachmittag eine weitere: Regina Lux-Hahn wurde mit der Ehrenurkunde des Bezirks Lichtenberg bedacht. Diese Ehrung geht an Bürgerinnen und Bürger, die sich in herausragender Weise um den Bezirk verdient gemacht haben.
Hier in Lichtenberg hat 2010 Regina Lux-Hahn das einzigartige Projekt der Kinderoper auf den Weg gebracht. Was als Modellprojekt im Bezirk begann, ist heute ein berlinweit anerkanntes und vielfach ausgezeichnetes Format kultureller Bildung – mit Standorten in Lichtenberg, Marzahn-. Hellersdorf, Neukölln, Reinickendorf und in der Staatsoper Unter den Linden. An 16 Berliner Grundschulen sind Kinderopern-AGs aufgebaut worden.
Anlässlich des Jubiläums ist die Broschüre „15 Jahre Kinderopernhaus Berlin“ erschienen. Unter anderem mit einem Grußwort der Berliner CDU-Senatorin für Bildung, Jugend und Familie, Katharina Günther-Wünsch. Darin schreibt sie u.a.: „Aufgrund der Haushaltslage musste auch dieses Projekt leider eine Kürzung erfahren. Dies schmälert aber nicht die Anerkennung und die Dankbarkeit für das große Engagement und die Leidenschaft, die dieses außergewöhnliche Projekt ermöglicht haben.“
Welch ein Hohn! Natürlich schmälert es die Anerkennung und Dankbarkeit. Es ist kein Ausdruck von Wertschätzung, wenn ein solches über Jahre gewachsenes, mit viel Liebe und Arbeit begleitetes und für tausende Kinder so wichtiges Projekt durch finanzielle Kürzungen gefährdet wird.
Das ist, als würde man einen Baum für seine prächtige Blüte und seine wertvollen Früchte loben – und ihm gleichzeitig nach und nach Wasser und Nährstoffe entziehen. Man klopft dem Baum sozusagen anerkennend auf die Rinde, während man ihn seiner Lebensgrundlagen beraubt.
Wir wissen, dass Kultur bei Einsparungen immer in Gefahr schwebt, weil sie keine Pflicht-, sondern eine freiwillige Aufgabe ist. Aber sollte es nicht ebenso unsere Pflicht sein, Heranwachsende auf diese Weise zu fördern, ihre kulturelle Bildung, ihr Selbstvertrauen, ihre Talente und nicht zuletzt auch die große Freude, die sie an dieser Aufgabe haben?
