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Vor Ort

Eine gelungene Premiere

Tatjana Behrend

Erstmals wurden in Lichtenberg in diesem Jahr – am 9. Oktober – vier renommierte Preise des Bezirks gleichzeitig verliehen, und für unsere Fraktion waren Kerstin Zimmer, Antje Schiwatschev, Toni Kraus, unsere Praktikatin Hannah Schubert und ich dabei. 

Die Ehrung startete im Kulturhaus Karlshorst mit dem Demokratiepreis, und der ging unter Riesenjubel an Dagmar Poetzsch. Es gibt wohl so gut wie niemanden in Lichtenberg, der ihren jahrelangen ehrenamtlichen Einsatz für die Stolpersteinverlegung im Bezirk nicht kennt. Diese Steine erinnern an Opfer des Nationalsozialismus, sind aber nicht nur Gedenken, sondern auch Mahnung, niemals zu vergessen und sich mit der Geschichte auseinanderzusetzen.

Der Frauenpreis wurde an Rosi, Mitarbeiterin in einem Lichtenberger Frauenhaus, verliehen. Ihr Name ist aus Sicherheitsgründen fiktiv, aber ganz real sind ihr riesiges Engagement, ihr großes Herz und ihre aktive Hilfe für Frauen und Kinder in ganz schwierigen Lebenssitiationen. Davon wussten sehr eingehend zwei ihrer Kolleginnen zu berichten, die stellvertretend für das ganze Haus den Preis entgegennahmen.

Der Integrationspreis ging an Nadine Heinrich, Leiterin der Gemeinschaftsunterkunft Wartenberger Straße. Es war auch der Kollege von ihr, der sie für den Preis vorgeschlagen hatte, der die Laudatio hielt. Seine Argumente für die Nominierung waren mehr als überzeugend. Er sprach von ihrem unermüdlichen Eintreten für ein respektvolles, solidarisches und friedliches Zusammenleben, zu dem sie seit fünf Jahren beiträgt.

Schließlich wurde noch der Queer-Preis Lichtenberg 2025 verliehen. Der ging an die AG Queer. Sie hat sich vor vier Jahren gegründet und ganz viele Ideen und Formate entwickelt, um queeres Leben im Bezirk öffentlich zu machen, Neugier und vor allem Akzeptanz zu wecken. 

Kulturell begleitet wurde der Abend von der wunderbaren Musikerin Another Nguyen und der in jeder Hinsicht bunten queeren Blasmusikkapelle Transophonix.

Einzige Kritik an der – wirklich sehr schönen - Veranstaltung: Die eigentliche Preisverleihung war sehr männerdominiert, sie oblag in erster Linie dem Bezirksbürgermeister Martin Schaefer und dem BVV-Vorsteher Gregor Hoffmann. Wenigstens beim Frauenpreis hätte man sich dann doch eine etwas andere Quotierung gewünscht, zumal die Bezirksstadträin Filiz Keküllüoğlu anwesend war.

Insgesamt aber ist festzuhalten: Es war eine gelungene Premiere.

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