Vor Ort
Zurück in die Schule – Linksfraktion besucht Barnim-Gymnasium
Um dem Schulplatzmangel abzuhelfen, werden Berliner Schulen seit 2013 mit sogenannten Modularen Ergänzungsbauten (MEB) erweitert. MEB werden seriell produziert und lassen sich daher schneller und kostengünstiger bauen. Im September vergangenen Jahres konnte das Barnim-Gymnasium in Falkenberg zu seinem 30-jährigen Bestehen einen solchen MEB in Betrieb nehmen. „Ein weiteres Beispiel dafür“, so der ehemalige Bezirksbürgermeister Michael Grunst (Die Linke) während der Bauphase, „dass Maßnahmen im Rahmen der Berliner Schulbauoffensive in Lichtenberg mit ganzer Kraft und in allen Bezirksregionen weitergeführt werden“.
Um sich selbst ein Bild zu machen, besuchte die Linksfraktion Anfang März das Barnim-Gymnasium, wo Schulleiter Sebastian Koven durch das vierstöckige Gebäude führte. Rund 13 Millionen Euro hat der Erweiterungsbau gekostet. Mit seinen 22 Gruppenräumen bietet er 340 weitere Schulplätze, darunter eine neue 7. Klasse sowie mehrere Willkommensklassen. Neben Smartboards in allen Unterrichtsräumen gibt es eine Mensa, diverse „Chill Out-Areas“ für Freistunden und einen Fahrstuhl. Lediglich am Internetanschluss hapere es noch. Der sei wohl bei der Planung untergegangen, erzählt Schulleiter Koven mit einem Schmunzeln. Dass die dicken Wände zudem W-Lan und andere Strahlen behinderten, habe immerhin einen positiven Effekt auf die Handynutzung der Schüler:innen. Der Schulleiter wies die Verordneten außerdem auf die schwierige Verkehrssituation hin, mit der die Schule zu kämpfen habe. Die Tram fahre nicht bis zur Schule, die Busse seien morgens und nachmittags regelmäßig überfüllt und Fahrten mit dem Fahrrad gefährlich, weil es keinen Fahrradweg gebe. Dies wiederum führe dazu, dass viele Eltern ihre Kinder mit dem Auto zur Schule brächten und damit das Verkehrsproblem weiter verschärften.
Im Anschluss an die Begehung hielten die Bezirksverordneten ihre Fraktionssitzung in einem Klassenraum des Hauptgebäudes ab. Wie bei einer Gruppenarbeit wurden die Tische zu einem „O“ zusammengeschoben, um über die Anträge für die März-BVV und die drängenden Fragen unseres Bezirks zu diskutieren. Ein Plakat an der Wand erklärte Kants Kategorischen Imperativ, eines den Wasserkreislauf und auf einem anderen prangten die Worte des Dichters Bertolt Brecht: „Wer kämpft, kann verlieren. Wer nicht kämpft, hat schon verloren!“
